Was tun, wenn plötzlich die Kinderbetreuung zusammenbricht

Eines Tages ist es soweit: Man steht auf wie immer und es scheint als wenn sich die ganze Welt verschworen hat. Das Schulkind klagt über unerträgliche Bauchschmerzen, und der sonst vergnügte und fitte dreijährige Spross hat einen äußerst merkwürdigen Ausschlag am Körper. Eine knappe Stunde später sollte man bereits an seinem Arbeitsplatz sein, der Partner schon weg oder auch gar nicht vorhanden und der Schweiß bricht aus. Hilfe, wer nimmt die Kinder? Schule und Kindergarten fallen somit heute sicher aus (sind es die Windpocken?) und es gerade mal 7.30Uhr. Wer hier keinen Kinderbetreuungsring aufgebaut hat sieht ziemlich alt aus. Zwar kann man bei seinem Arbeitgeber anrufen und ihm die Sachlage schildern, sich dann frei nehmen und in aller Ruhe die weiteren Tage planen, aber was, wenn man gerade an diesem Tag einen wichtigen Termin für eine Präsentation oder ein Kundengespräch hat bei dem für die Firma (oder eigene Provision) viel Geld auf dem Spiel steht? Einfach zu Hause bleiben? Sich den Schuh anziehen, dass man als Mutter oder Vater eben doch ein unternehmerisches Risiko darstellt? Nein, Notfallplan A und B muss man hier aus der Tasche ziehen! Zunächst heißt es, sich im Betrieb mit einer Ausrede eine Stunde Zeit zu verschaffen. Diese bietet einem die Möglichkeit alle Freunde und Verwandte durchzutelefonieren und auch die nette Nachbarin von nebenan sanft aus dem Schlaf zu wecken oder vom Frühstückstisch weg zu locken. Alle haben keine Zeit? Tja, dann hilft alles nichts: Entweder man bietet dem Arbeitgeber an mit den Kindern im Schlepptau zu kommen oder muss in den sauren Apfel beißen und mitteilen, dass sich niemand für die Kinderbetreuung finden lässt. Die Kinder alleine zu lassen ist nicht empfehlenswert, denn wenn etwas passiert wird man seines Lebens nicht mehr froh. Um diesem zu entgehen sollte man sich ein sehr breites Kinderbetreuungsnetz aufbauen. Freunde, Verwandte, Nachbarn, eine Vermittlungsagentur oder auch andere Kindergarteneltern können in diesem Pool die reinsten Babysitter in der Not sein. Sicherheit gibt es nämlich keine solange man noch keine Teenager daheim hat, denn neben plötzlich ausbrechenden Erkrankungen kann es durchaus sein, dass ein Babysitter oder eine Tagesmutter von gleich auf jetzt das Handtuch wirft und man auf verlorener Flur allein da steht. Und wenn tatsächlich einmal nichts mehr an Kinderbetreuung geht, dann soll es so sein, und der eigene Beruhigungsspruch sollte hierbei lauten „ eine Arbeitsstelle finde ich immer wieder, aber meine Kinder habe ich nur einmal“, und alles wird weniger dramatisch. Kommt man jedoch immer wieder an solch einen kritischen Punkt der Vereinbarkeit von Beruf und kleinen Kindern, dann kann man sich auch durchaus überlegen, ob man nicht selbst einige Jahre im Beruf pausieren möchte und selbst als Tagesmutter oder Tagesvater arbeiten möchte. Ein Bedarf an einer liebevollen, flexiblen und zuverlässigen Kinderbetreuung wird es nämlich immer geben, wie man gewiss aus eigener Erfahrung bestätigen kann.



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